Mitglieder SG e.V.

Storkower Singgemeinschaft 1970 e.V.

Hilde Henkel, unsere älteste Sängerin

Ein Leben für das Singen

Ich habe schon immer gern gesungen, aber als ich Kind war, gab es keine Möglichkeit, das irgendwie anzuwenden. Wir hatten zwar Musikunterricht, aber es gab keinen Kinderchor, und daran, dass ich ein Instrument spielen sollte, hätte keiner gedacht, ach um Himmels Willen, das war damals eine ganz andere Zeit. Das hatten die Reichen, wir doch nicht. Früher war das nicht so. Hauptsache, du konntest noch was kochen. Es wurde ein Haus gebaut und man musste im Haushalt helfen, das war ganz normal. Später, als Erwachsene, als ich einmal eine zeitlang im Kindergarten gearbeitet habe, wurde mir empfohlen, dass ich zum Einschlafen für die Kinder eine Schallplatte vorspielen könnte. Das habe ich aber nicht gemacht. Ich habe ihnen lieber Märchen erzählt oder Schlaflieder vorgesungen. Meine Kollegin, Frau Miethe, hat das gehört und gesagt: „Komm doch mit in den Chor!“ Meine Meinung dazu war: „Ich kann doch gar nicht richtig singen.“ „Du kannst singen, komm man mit!“ Und das ist nun daraus geworden: ich durfte das 40-jährige Chorjubiläum erleben und bin selber fast 40 Jahre mit dabei. Mir bringt das Singen immer noch Spaß und Freude. Das Zusammensein mit den anderen Sängerinnen und Sängern ist auch immer wieder schön.

Interview mit unserem jüngsten Sänger, Tim Groschek

Sigrid: Wie kommt es eigentlich, dass du in einem Chor voller Erwachsener mitsingst, und nicht in einem Kinderchor?

Tim: Ich wollte einfach eine andere Herausforderung suchen, na ja, und Kinderchöre sind meiner Meinung nach oft nicht so gut. Wir hatten Inka, die Chorleiterin, bei einem Konzert getroffen, und da habe ich sie gefragt, ob ich einfach mal zur Probe mit meiner Mutter mitkommen könnte.

Sigrid: Ich erinnere mich, dass du in der ersten Zeit nur zugehört hast, dann – noch etwas zurückhaltend - gefragt hast, ob du bei den Proben mitsingen darfst, und weil du das gut gemacht hast, waren wir dafür, dass du auch bei Auftritten mitsingen und richtig dazugehören sollst. Was bedeutet es dir, dass du jetzt ein vollwertiges Mitglied des Vereins bist?

Tim: Zuerst war ich erstaunt und finde es richtig toll, dass ich bei Erwachsenen mitsingen kann.

Sigrid: Wie oft durftest du schon bei Auftritten mitsingen?

Tim: Zwei Mal bis jetzt.

Sigrid: Mir ist aufgefallen, dass du in ganz kurzer Zeit viele Lieder auswendig gelernt hast. Ist dir das eigentlich leicht gefallen?

Tim: Ja, auch in der Schule, wenn wir da etwas aufbekommen auswendig zu lernen, gucke ich mir das ein, zwei Mal an, und dann kann ich das fast schon.

Sigrid: Wenn man in deinem Alter in einem Gemischten Chor mitsingt, kann ich davon ausgehen, dass dein Musikgeschmack sich vielleicht etwas von dem vieler deiner Altersgefährten unterscheidet?

Tim: Ich bin schon interessiert an klassischer Musik. Von den Liedern in unserem Chor gefällt mir besonders das „Ave Maria aus dem Burgenlande“, ja und auch das „Wandern“. Singen gehört für mich ganz normal zum Leben. In unserer Familie sind alle musikalisch und wurde schon immer gesungen.