Ein Beitrag von unserem “längsten“ Mitglied - nicht an Körperhöhe, da wird sie noch von manchem überragt,
aber sie ist diejenige, die die längste Zeit Mitglied des Chores ist, Margrit Szramek. Die Liebe zur Musik und entsprechende Musikalität erhielt ich von meinen Eltern. Sie begleitete mich durch meine Kindergarten- und Schulzeit. Ich sang im Schulchor und konnte meine Erfahrungen in meinem spätern Beruf als Lehrerin und Erzieherin immer wieder weitergeben. Besonders klassische Musik liebe ich seit meiner Kindheit. Von einer Kollegin darauf hin angesprochen trat ich im Hebst 1970 in Storkow einer kleinen Chorgemeinschaft unter der Leitung von Frau Hettfleisch bei, die später zum „Stadtchor Storkow“ wurde, nach der Wende noch einmal einen Neuen Namen erhielt und seitdem „Storkower Singgemeinschaft 1970 e.V.“ heißt. Ich bin unserem Chor treu geblieben, singe im Alt, helfe auch manchmal den Tenören – als Tenöse – und gehöre also zum „Urgestein“. Das Chorsingen ist für mich ein fester Lebensbestandteil geworden. Meiner Chorleiterin verdanke ich ein großes Stück Lebensqualität. Als echte „Vollblutdirigentin“, die uns mit Schwung und Freude, nicht zuletzt mit feinhöriger Musikalität anspruchsvolles Singen lehrt, hat sich meine Liebe zum Chor vergrößert.
Ein Leben für das SingenIch habe schon immer gern gesungen, aber als ich Kind war, gab es keine Möglichkeit, das irgendwie anzuwenden. Wir hatten zwar Musikunterricht, aber es gab keinen Kinderchor, und daran, dass ich ein Instrument spielen sollte, hätte keiner gedacht, ach um Himmels Willen, das war damals eine ganz andere Zeit. Das hatten die Reichen, wir doch nicht. Früher war das nicht so. Hauptsache, du konntest noch was kochen. Es wurde ein Haus gebaut und man musste im Haushalt helfen, das war ganz normal. Später, als Erwachsene, als ich einmal eine zeitlang im Kindergarten gearbeitet habe, wurde mir empfohlen, dass ich zum Einschlafen für die Kinder eine Schallplatte vorspielen könnte. Das habe ich aber nicht gemacht. Ich habe ihnen lieber Märchen erzählt oder Schlaflieder vorgesungen. Meine Kollegin, Frau Miethe, hat das gehört und gesagt: „Komm doch mit in den Chor!“ Meine Meinung dazu war: „Ich kann doch gar nicht richtig singen.“ „Du kannst singen, komm man mit!“ Und das ist nun daraus geworden: ich durfte das 40-jährige Chorjubiläum erleben und bin selber fast 40 Jahre mit dabei. Mir bringt das Singen immer noch Spaß und Freude. Das Zusammensein mit den anderen Sängerinnen und Sängern ist auch immer wieder schön.
Sigrid: Wie kommt es eigentlich, dass du in einem Chor voller Erwachsener mitsingst, und
nicht in einem Kinderchor?
Tim: Ich wollte einfach eine andere Herausforderung suchen, na ja, und Kinderchöre sind meiner Meinung nach oft nicht so gut. Wir hatten Inka, die Chorleiterin, bei einem Konzert getroffen, und da habe ich sie gefragt, ob ich einfach mal zur Probe mit meiner Mutter mitkommen könnte.
Sigrid: Ich erinnere mich, dass du in der ersten Zeit nur zugehört hast, dann – noch etwas zurückhaltend - gefragt hast, ob du bei den Proben mitsingen darfst, und weil du das gut gemacht hast, waren wir dafür, dass du auch bei Auftritten mitsingen und richtig dazugehören sollst. Was bedeutet es dir, dass du jetzt ein vollwertiges Mitglied des Vereins bist?
Tim: Zuerst war ich erstaunt und finde es richtig toll, dass ich bei Erwachsenen mitsingen kann.
Sigrid: Wie oft durftest du schon bei Auftritten mitsingen?
Tim: Zwei Mal bis jetzt.
Sigrid: Mir ist aufgefallen, dass du in ganz kurzer Zeit viele Lieder auswendig gelernt hast. Ist dir das eigentlich leicht gefallen?
Tim: Ja, auch in der Schule, wenn wir da etwas aufbekommen auswendig zu lernen, gucke ich mir das ein, zwei Mal an, und dann kann ich das fast schon.
Sigrid: Wenn man in deinem Alter in einem Gemischten Chor mitsingt, kann ich davon ausgehen, dass dein Musikgeschmack sich vielleicht etwas von dem vieler deiner Altersgefährten unterscheidet?
Tim: Ich bin schon interessiert an klassischer Musik. Von den Liedern in unserem Chor gefällt mir besonders das „Ave Maria aus dem Burgenlande“, ja und auch das „Wandern“. Singen gehört für mich ganz normal zum Leben. In unserer Familie sind alle musikalisch und wurde schon immer gesungen.